| Interaction_29::: «Der Neunte Bus»
_Aktion im öffentlichen Raum
_Eine musikalische Skulptour
Der Neunte Bus verkehrte am 6. September 2008 während der Museumsnacht St. Gallen als «Fil Rouge». Zusätzlich zu den acht offiziellen Bussen der Städtischen Verkehrbetriebe, die wie jedes Jahr während der Museumsnacht im Viertelstundentakt einen Rundkurs fahren, setzte Interpixel einen neunten Stadtbus ein. Dieser fuhr wie die anderen Busse auf dem Museumsrundkurs, aber im eigenen Takt. Äusserlich kaum von den anderen zu unterscheiden, tauchte er für das Publikum unerwartet auf und sorgte für Irritation: Anstatt dass er Fahrgäste einsteigen liess, lieferte er an den Haltestellen ein überraschendes Spektakel: Neunzig Ostschweizer Musikerinnen und Musiker gaben aus dem Bus heraus den wartenden Fahrgästen ein kurzes Konzert. Danach schlossen sich die Türen wieder und der Neunte verschwand irgendwohin in die Nacht. So tourten jeweils während anderthalb Stunden das Symphonieorchester «Camerata Salonistica», der klassische Chor «Chorkreis St. Gallen», die «Jagdhornbläser Weiherweid» und das «Akkordeon-Orchester Nagel» als musikalische Skulptour durch St. Gallen.
Der Neunte Bus nimmt Bezug auf die berühmte «Neunte», die Sinfonie Nr. 9 von Ludwig van Beethoven. Als sein letztes Meisterwerk hat diese im Laufe der Geschichte sowohl Schrecken als auch Freudenstürme ausgelöst. Beethovens Neunte ist, zusammen mit Schillers «Ode an die Freude» im vierten Schlusssatz, zu einem der bekanntesten klassischen Stücke geworden. Heute ertönt sie allerorts als Melodie der Freundschaft. Der Fil Rouge ist eine Kunstintervention der St. Galler Museumsnacht, die jedes Jahr von einer anderen Gastkünstlerin bzw. einem anderen Gastkünstler entwickelt wird.
Museumsnacht St. Gallen 2008
Beteiligte Musikensembles: Jagdhornbläser Weiherweid, Chorkreis St. Gallen, Camerata Salonistica, Akkordeon-Orchester Nagel
Assistenz: Miriam Sturzenegger
Fotos: Andri Stadler
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